Beschneiung allein reicht nicht: Perspektiven des (Ski-)Tourismus in den bayrischen Alpen

Marius Mayer (Uni Greifswald) und Robert Steiger (MCI Innsbruck) haben sich mit Entwicklung und Zukunftsperspektiven des Skitourismus in den Bayrischen Alpen wissenschfatlich beschäftigt.  In den Alpenlandkreisen liege der Anteil des Tourismus an den regionalen Einkommen bei 5-15 Prozent. Im Sommer gebe es mehr Gäste, allerings geringere Ausgaben pro Kopf.

Die Befunde sind nicht schmeichelhaft. Viele Destinationen sehen im Vergleich zum nahen Westösterreich problematisch aus, sind weniger schneesicher und zeigen einen Investitionsstau bei den Aufstiegshilfen, also den Liftanlagen.

Die teils kleinteilige Betreiberstruktur bedeutet, dass große Investitionen in Beschneiung wenig sinnvoll sind. Die Autoren empfehlen eine qualitativer Verbesserung der Tourismusinfrastruktur, um nachhaltigeren, auch schneunabhängigen Tourismus zu fördern. Die Gästezahlen sind schon jetzt im Sommer und Herbst besser als im Winter. Staatliche Subventionen sollten “innovative, nachhaltige Ideen fördern”.

Hier die Kurzzusammenfassung des Artikels:

“Der Skitourismus spielt in den Bayerischen Alpen seit etlichen Jahrzehnten eine bedeutende Rolle, ist jedoch besonders sensibel für die Auswirkungen klimatischer Erwärmungsprozesse. Der Beitrag zielt darauf ab, die historische Entwicklung, den aktuellen Ausbauzustand sowie die Zukunftsaussichten des Skitourismus in den Bayerischen Alpen mithilfe empirischer Daten und Modellierungen darzustellen, die natürliche und technische Schneesicherheit einbeziehen. Der Klimawandel wird die strukturellen Probleme im Skitourismus zukünftig eher verstärken. Aufgrund der Abschreibungshorizonte von Beschneiungs- und Liftanlagen kann es dennoch betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvoll sein, heute noch in Skiinfrastruktur in den Bayerischen Alpen zu investieren, auch da der touristische Erfolg der Destinationen signifikant vom Ausbauzustand der Skigebiete abhängt. Steigende Beschneiungskosten sollten bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung und der Dimensionierung der Anlagen berücksichtigt und Subventionen hinsichtlich ihrer Wirkung auf nachhaltige Tourismusentwicklung kritisch betrachtet werden.”

Gefunden bei: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) | Link zur PDF: http://goo.gl/zcSywW

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