Mr. Snow rettet den Winter

Das Skifahren hat Jens, wie viele Kinder, von seinem Vater gelernt. Mit vier Jahren hat er angefangen. Stundenlang ging es damals in der Loipe durch den verschneiten Winterwald. Manchmal auch auf Papa’s Rücken, weil die Touren länger waren, als er wach blieb.

Doch das Verständnis vom Skifahren hat sich gewandelt. Was heute ein super Winter ist, galt in den 1980er Jahren noch als Durchschnitt. In den deutschen Mittelgebirgen, wie dem Schwarzwald oder dem Harz fehlt es mittlerweile immer häufiger an der „weißen Decke“. So gab es auf 500 Metern Höhe an den Feiertagen früher mit 40%iger, heute mit 30%iger Wahrscheinlichkeit Schnee.

Bis ins Lieblings-Wintersportgebiet müssen meist weite Strecken zurückgelegt werden. Der Skiurlaub ist oft langfristig geplant und die begeisterten Wintersportler vertrauen darauf, dass Pisten und Loipen jederzeit perfekt präpariert sind. Der Skifahrer richtet sich jetzt nicht mehr nach dem Schnee, sondern der Schnee nach dem Zeitkontingent des Skifahrers. Skipistenbetreiber versuchen daher, die Wintersportsaison möglichst lang zu gestalten und eine dicke Schneedecke über die Hochsaison zu bringen. Doch mit herkömmlichen Schneeerzeugern, wie der Schneekanone oder Snowfarming wird das immer schwieriger. Die Frosttage sind oft knapp bemessen, sodass auch die Schneekanone die grünen Flecken auf der Piste nicht mehr abdeckt und die gehorteten Schneevorräte schnell schwinden.


Hier kommt Mr. Snow ins Spiel. Der wetterunabhängige Funktionsvlies liefert Ski- und Snowboardfahrern einen zuverlässigen Schneeersatz und sichert das Wintersporterlebnis.

Die Idee des Skifahrens auf Matten ist nicht neu: In England gibt es dieses Prinzip schon länger. Nach einer Wette im Jahr 1864 kamen die ersten Engländer in die tief verschneiten Schweizer Alpen. Die Begeisterung war so groß, dass sie auch auf der Insel Skifahren wollten. Die Briten, die bei der Verteilung des Naturschnees eher schlecht weggekommen sind, mussten sich etwas einfallen lassen. 1953 wurde in Barton Hall die erste komplette Mattenskipiste eröffnet. Ganz ohne Schnee kann man in England mittlerweile an 120 Orten Ski- und Snowboardfahren. Damit der Ski gut gleitet, wird oft noch mit einer Bewässerung oder hochwertigen Gleitmitteln gearbeitet. Auch im nordischen Bereich setzt man seit Jahren auf schneeunabhängige Lösungen. Als Erfinder des Mattenspringens gilt der ehemalige DDR-Nationaltrainer Hans Renner. Der erste offizielle Sommer-GP fand 1994 statt.

Auch heute ist es für Jens nicht so schlimm, wenn mal kein Schnee liegt. Skifahren funktioniert ja trotzdem. Zur Not wird einfach der Textilschnee ausgerollt und es geht trotzdem auf die Bretter oder besser gesagt: das Brett. Denn mittlerweile schnallt sich Jens anstelle der Skier lieber das Snowboard unter die Füße.

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